Entwicklung des Erdgaspreises im April 2017 und Ausblick

Der Erdgaspreis (Cal-18-Kontrakt Erdgas NCG) stieg in Folge der vermehrten Erdgasnutzung zur Stromerzeugung bis zum 30. Dezember 2016 auf 18,80 EUR/MWh, sank aber zum 31. März 2017 wieder auf 16,76 EUR/MWh. Seitdem verharrte der Erdgaspreis weitgehend auf diesem Niveau und schloss am 28. April 2017 bei 16,84 EUR/MWh.

In diesem Zusammenhang wird der jahreszeitlich bedingte Kälteaufschlag beim Erdgaspreis sehr deutlich. Aufgrund des doch relativ kalten letzten Winters und des zu kalten Frühlings ist der Erdgaspreis auf einem relativ hohen Niveau. Allein die stark erhöhten Erdgaslieferungen aus Russland sorgten preisberuhigend, auch wenn immer wieder Befürchtungen zu Lieferkürzungen der Transitstrecke durch die Ukraine geäußert wurden. Zusätzlich sorgte die Opec-Vereinbarung zu Förderkürzungen auch für Spekulationen am Erdgasmarkt.

Nach Ende der Kälteperiode ist sehr wahrscheinlich mit fallenden Erdgaspreisen zu rechnen, da einerseits die zur direkten Wärmeerzeugung benötigten Erdgasmengen aber auch die nach wie vor hohe Stromproduktion mittels Erdgaskraftwerken und die damit verbundenen Erdgasmehrbedarfe für die Stromproduktion zurückgehen werden. Außerdem werden in Europa immer mehr LNG-Terminals geplant, die preissenkend wirken, da der weltweite LNG-Preis weitgehend unter dem leitungsgebundenen Erdgaspreis liegt.

Aktuell wird ein schwimmendes LNG-Terminal in Polen in der Danziger Bucht geplant. Das LNG-Terminal in Swinemünde soll weiter ausgebaut werden. Auch für Russland wird LNG immer wichtiger. So baut der russische Konzern Novatek mit seinen Partnern Total (Frankreich) und CNPC (China) in der eisigen Tundra auf der russischen Halbinsel Jamal die derzeit weltweit größte Erdgas-Verflüssigungsanlage mit einem Investitionsvolumen von 25 Milliarden Euro. Die Produktion soll noch in diesem Jahr aufgenommen werden.
Die Erdgas-Verflüssigungsanlage wird ausschließlich mit eisbrechenden Tankern zu erreichen sein, da die Tundra selbst im Sommer selten eisfrei ist. Im Endausbau sollen 16,5 Millionen Tonnen Erdgas verflüssigt werden können. Damit folgt Russland erst spät aber mit Nachdruck einem weltweiten Trend des Ausbaus von LNG-Kapazitäten.

Zusammenfassend könnte sich beim Erdgas eine ähnliche Situation wie beim Rohöl einstellen.
Aufgrund des resultierenden weltweiten Überangebotes wäre auch beim Erdgas ein starker Preisverfall zu erwarten.

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Stefan Zumpe

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