Entwicklung des Kohlepreises im Oktober 2017 und Ausblick

Der Kohlepreis der Sorte „API-2“ stieg seit Anfang letzten Jahres von 40,00 US-Dollar pro Tonne auf 78,75 US-Dollar pro Tonne am 07. November 2016, fiel aber bis zum 07. Dezember 2016 wieder auf 59,80 US-Dollar pro Tonne. Anschließend stieg der Kohlepreis bis zum 31. Januar 2017 wieder auf ein Niveau von 66,25 US-Dollar pro Tonne und verharrte die ersten fünf Monate des Jahres 2017 auf diesem Niveau bei relativ geringer Volatilität. Seit Juni 2017 nahm die Volatilität aber wieder stark zu. In der Folge stieg der Kohlepreis zum 31. August 2017 wieder auf 78,00 US-Dollar pro Tonne, verharrte seitdem auf diesem Niveau und schloss zum 31. Oktober 2017 bei 86,35 US-Dollar pro Tonne.

In Europa ist man bestrebt, die Kohleverstromung immer weiter zurückzudrängen. Neue Emissionsregeln der EU könnten unter Umständen das Aus für einige ältere Kohlekraftwerke bedeuten. Die Mitglieder der Eurelectric, dem europäischen Dachverband der Stromerzeuger, einigten sich darauf, dass es ab 2020 keine neuen Kohlekraftwerke in Europa geben soll. Lediglich Polen und Griechenland stimmten dem Beschuss nicht zu. Italien will den Kohleausstieg zwischen 2025 und 2030 vollzogen haben. Der Deutsche Umweltrat fordert auch einen Kohleausstieg bis spätestens 2027. Die Stadt Berlin will den Kohleausstieg bis 2030 vollzogen haben. Uniper wird sein Steinkohlekraftwerk Staudinger Block 5 bei Hanau in den kommenden drei Jahren jeweils in den Monaten Juni bis August zeitweise stillgelegen.

Die chinesische Regierung hat Ende Oktober 2017 aus Umweltschutzgründen den Kohle- und Stahlbetrieben eine Zwangspause verordnet. Aufgrund der einsetzenden Heizperiode sollen damit übermäßige Luftverschmutzungen vermieden werden, da vermehrt Kohlekraftwerke zu Heizzwecken angefahren werden.

Derweil ist der Nordkorea-Konflikt auch noch nicht ausgestanden. Nordkorea ist ein wichtiger Kohlelieferant für China aber auch für den Weltmarkt. Aufgrund der Verschärfung der eh schon existierenden Handelsbeschränkungen können auch Auswirkungen auf den Kohlemarkt nicht ausgeschlossen werden.

Auch wenn die Kohlepreise in letzter Zeit stetig gestiegen waren, könnte sich bei der Kohle eine ähnliche Situation wie beim Rohöl einstellen. Aufgrund des möglichen weltweiten Überangebotes infolge der geplanten starken us-amerikanischen Kohleproduktion und des weltweiten Nachfragerückgangs wäre auch bei der Kohle ein starker Preisverfall zu erwarten. Jedenfalls ist mit einer erheblichen Zunahme der Volatilität zu rechnen.

 

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Stefan Zumpe

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