Entwicklung des Strompreises im April 2017 und Ausblick

Nach dem letztjährigen Höchststand des Strompreises am 30. Dezember 2016 bei 31,36 EUR/MWh sank der Cal-18-Kontrakt Base am 27. März auf 28,01 EUR/MWh und stieg zum 31. März wieder auf 29,77 EUR/MWh. Seitdem verharrte der Strompreis weitgehend auf diesem Niveau und schloss am 28. April 2017 bei 29,73 EUR/MWh.

Die jahreszeitlich bedingten Temperaturanstiege, höhere Wind- und Photovoltaikeinspeisungen sorgten seit Ende März 2017 für etwas Entspannung bei den Strompreisen. Auch der relativ ausgeglichene Emissionshandel sorgte für keinerlei Überraschungen. Nach Ende der Kälteperiode ist sehr wahrscheinlich mit weiter fallenden Strompreisen zu rechnen.

Für vereinzelte Verwirrungen sorgten immer wieder Aussagen der Opec-Länder zu einer Verlängerung der Opec-Vereinbarung zu Förderkürzungen. Das verstärkt die spekulativ getriebenen Preisbewegungen an den Energiemärkten nach wie vor. Auch überraschte eine Meldung Mitte April wonach EnBW den Zuschlag für einen 900 MW Offshore-Windpark erhalten hat, bei dem das Unternehmen vollständig auf eine EEG-Förderung verzichtet.

Das macht die Erneuerbaren Energien und speziell die Windkraft zu betriebs- und volkswirtschaftlich ernstzunehmenden Alternativen. Außerdem werden die Anzeichen für eine Strompreiszonen-Trennung zwischen Deutschland und Österreich immer deutlicher. Welche preislichen Konsequenzen sich einstellen werden, bleibt abzuwarten.

Tendenziell sollte die verbleibende deutsche Strompreiszone von dieser Trennung profitieren können, da die teuren Redispatch-Maßnahmen und das Engpassmanagement an der deutsch-österreichischen Grenze damit zurückgehen könnten. Grund für diese einschneidende Abgrenzung ist der schleppende Netzausbau vom stromerzeugenden Norden zum stromverbrauchenden Süden Deutschlands. Für den europäischen Strommarkt allerdings bedeutet die Strompreiszonen-Trennung eher einen Rückschritt. Die Leipziger Strombörse EEX hat schon darauf reagiert und zum 25. April 2017 einen reinen innerdeutschen Strom-Future eingeführt.

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Stefan Zumpe

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